Zugleich Bitter und Wunderschön – Freundschaft-

Freundschaft…

Das Wort Freundschaft enthält etwas Wunderschönes. Es enthält Zuneigung für einen Menschen. Es bedeutet, dass man jemanden auf eine besondere Art und Weise ins Herz geschlossen hat. Es heißt, dass man sich jemandem blind anvertraut.

Das Wort Freundschaft hat aber auch einen bitteren Beigeschmack. Bitter, wenn man enttäuscht wird, wenn man sich hintergangen fühlt oder verletzt wird. Bitter, wenn die Freundschaft bricht oder im Sande verläuft.

Auch Bella von Familie Berlin hat sich mit dem Thema beschäftigt und rief zur Blogparade auf. Ich habe mich auch vor ca. einem Jahr mit dem Thema Freundschaft hier auf dem Blog beschäftigt. Das Thema Freundschaft beschäftigt mich eigentlich immer mal wieder.
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In der Kindheit hatte ich viele Freunde. Freunde in der Schule, Freund in der Nachbarschaft und Freunde in der Jungscharr. Die einen haben mir mehr, die anderen haben mir weniger bedeutet. Es wurde in Freundschaftsbücher geschrieben, wir haben Briefbücher geschrieben. Wir haben uns nach der Schule verabredet oder Stunden nach der Schule telefoniert. Ich habe immer das Telefonkabel so lang wie möglich gemacht um mich in eine ruhige Ecke zu setzen und Geheimnisse auszutauschen. Man hat sich in Jugendgruppen getroffen oder ist mit dieser gemeinsam für 3 Wochen nach Holland in den Urlaub gefahren. Man hat sich auf die große Kirmes gefreut oder auf die geplante Silvester Party bei Freunden zu Hause. Man ist in die nächste Großstadt gefahren und hat sich in die Disko geschmuggelt (Ich gehörte mit zu den jüngeren im Freundeskreis und war noch keine 18 😉 ) Man hat einfach seine Zeit miteinander genossen.

Dann kam das Ende der Schulzeit und ich suchte weitere Punkte im Leben, an die ich mich Orientieren konnte. Ich hat den ersten richtigen Freund, der zum Teil einen anderen Freundeskreis hatte und so schliefen ein paar Freundschaften ein. Man verlor sich mit der Zeit aus den Augen.

Ich begann eine Ausbildung und neue Gesichter kamen auf mich zu. Ich hatte andere Herausforderungen, die Prioritäten änderten sich. Ich hatte nicht mehr so viel Zeit wie zur Schulzeit.

Dann löste ich meine erste Beziehung und ich kam mit meinem Mann zusammen. Auch hier lernte ich neue Menschen kennen und noch mehr alte Freundschaften schliefen ein oder brachen sogar komplett. Aber das bringt die Zeit der Veränderung mit sich.

Als ich schwanger wurde mit der GroßenMaus änderte sich erst mal nicht viel und als Sie dann da war änderte sich einiges. Es gab vermeidliche Freunde, die sich nicht mehr meldeten und nach dem die MiniMaus da war änderte sich noch mehr. Ich habe zum Teil sehr lange gebraucht um gewissen Menschen nicht mehr hinter her zu laufen. Um mich nicht mehr an diese Freundschaften zu klammern. Es schmerzte, als ich mir eingestehen musste, dass es einfach so ist und ich nicht viel daran ändern kann. Meine Priorität hat sich komplett geändert und ich habe einen anderen Mittelpunkt im Leben gefunden. Ich bin heute glücklich damit!

Es gibt aber auch Freundschaften aus Kindertagen, die bis heute Bestand haben. Man sieht sich zwar nicht unbedingt, hält aber dennoch Kontakt. Sei es mal als Telefonat, als e-Mail, via sozial Network oder als klassische Postkarte.

Es gibt auch eingeschlafene Freundschaften, die wieder geweckt wurden. Man hat wieder ähnliche Prioritäten und tauscht sich aus. Es gibt auch Menschen, die ich über den Blog kennen gelernt habe und mit denen ich Kontakt pflege und mich freue, wenn ich von Ihnen lese oder höre.

Ich bin heute vorsichtig mit dem Titel Freund_in geworden. Ich habe mittlerweile sehr viele Bekannte, aber nur sehr wenige und sehr ausgewählte Menschen haben den Titel Freund_in oder gar beste_r Freund_in verdient und somit einen Platz in meinem Herzen.

Für mich sind Freundschaften sehr wichtig, aber ich brauche wahre Freunde. Ich kann mich bei meinen Freunden geben wie ich bin und sie legen nicht alles auf die sog. Goldwaage, was ich fabriziere oder von mir gebe. Sie akzeptieren mich so wie ich bin und mögen mich, weil ich so bin wie ich bin. Ich bin jedem einzelnem dankbar dafür! Aber auch Bekanntschaften sind wichtig. Ich möchte meine Bekanntschaften nicht missen. Sie sind toll. Ich freue mich, wenn wir uns treffen, wenn wir uns austauschen, dennoch gibt es für mich da einen Unterscheid.

Ich glaube, in der Kindheit findet man sehr schnell , sehr viele Freunde. Hier brechen Freundschaften ggf. auch recht schnell wieder oder man hat mal den einen lieber als den anderen (das beobachte ich zumindest bei der GroßenMaus). Es gibt aber auch hier Freunde, die einem wesentlich wichtiger sind als andere. Mit der Zeit wird das finden von neuen Freunden schwieriger und das finden von neuen Bekannten leichter.

Es schmerzt immer wieder, wenn sich Menschen von einem abwenden, aus welchen Gründen auch immer. Es schmerzt zum Teil auch, wenn ich in Erinnerungen schwälge und an vergangene Freundschaften denke.

Dennoch habe ich heute gelernt, das wirkliche Freunde, Seelenverwandte, immer zu einem stehen und immer da sind. Ganz egal, in welcher Lebenslage man sich aktuell befindet und wie unterschiedlich unsere Leben gerade laufen. Und ich bin unheimlich stolz, dass ich solche Menschen in meinem Leben habe!

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