HPV Impfung ~ Ja oder Nein ~ Ich hab da mal ein paar Infos

 

Unsere Große ist mittlerweile 9 Jahre alt und jetzt steht die Frage im Raum, ob wir unserem Mädchen die umgangssprachliche „Gebärmutterhalskrebs- Impfung“ geben wollen oder nicht.

Ich möchte hier einmal aufzeigen, was diese HPV Impfung ist, wie man dadurch das Krebsrisiko senkt und wie man sich mit dem HPV infiziert. Da ich mich quer gelesen und beraten lassen habe, möchte ich nochmal daraufhin weisen, dass ich keine Wissenschaftlerin oder Professorin oder Ärztin bin, sondern nur eine Mutter und Krankenschwester. Mir ist bewusst, dass ich ggf. in ein Wespennest stechen werde, weil ich weiß, dass es viele gibt, die wahrscheinlich nicht meiner Ansicht sind.

Ich bin nicht nur Mutter, sondern auch Krankenschwester und kann, daher auf zweierlei Ebenen, die Leute nicht verstehen, die sich als s.g. Impfgegner aussprechen. Ich persönlich bin der Auffassung, wenn man sich und seine Kinder impft, dann schützt man sich und sein Umfeld zum einen vor gewisse Krankheiten, die nicht selten tödlich enden und zum anderen kann diese Impfung die jeweilige Krankheit ausrotten. So gab es mal in Deutschland Zeiten, in denen gewisse Kinderkrankheiten fast ausgestorben sind, die mittlerweile mit erschreckender Schnelligkeit wieder aktuell sind.

 

Unsere Mädchen sind demnach bis jetzt rund um geimpft. Da haben die Kinder auch noch kein selbstbestimmtes Mitspracherecht. Mein Mann und ich tragen die Gesundheitsfürsorge gegenüber unseren Kindern und ich möchte alles, mir/ uns mögliche, machen um meine Kinder zu schützen. Natürlich birgt jede Impfung Risiken aber prozentual betrachtet sind diese mittlerweile so gering, das in meinen/unseren Augen der Nutzen überwiegt. Jetzt gibt es aber diese, noch recht neue HPV Impfung, da musste ich mich erst mal schlau lesen und „Das“ habe ich für mich rausgefiltert aus dem zahlreichen Material:

Humane Papillomviren Impfung noch in den Kinderschuhen?

Seit 2006 gibt es jetzt eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, genauer gegen Humane Papillomviren (HPV), die ein Faktor sind, welche Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Diese Impfung ist rein Statistisch betrachtet also noch sehr jung, im Vergleich zu den Klassikern wie Tetanus, Masern, Mumps, Röteln, Pertussis etc.

Die HPV- Impfung war die erste Impfung gegen Krebs und wurde auf der ganzen Welt als Durchbruch in der Krebsprävention gesehen. Ein deutscher Professor, Harald zur Hausen, konnte den Zusammenhang zwischen Virusinfektion und Krebsentstehung nachweisen und bekam für diese Entdeckung den Nobelpreis für Medizin.

Die HPV- Impfung bietet  die Chance, Infektionen mit verschiedenen HPV-Typen zu verhindern, die für etwa 90% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.

Lösen HPV Infektionen immer Krebs aus?

Nicht jede Infektion mit Humane Papillomviren löst s.g. Krebsvorstufen aus. Die meisten Infektionen werden durch’s Immunsystem frühzeitig erkannt. In bis zu 20% der Fälle kann es jedoch zu langwierigen Infektionen kommen, die wiederum zu Krebsvorstufen und schließlich zu Krebs führen können. Die Übertragung der Viren erfolgt hauptsächlich über Geschlechtsverkehr, aber auch eine Ansteckung durch Schmierinfektionen im Genitalbereich kann man nicht gänzlich ausschließen. Das Infektionsrisiko steigt mit der Zahl der Partner, mit denen man sexuell intim wird und mit der Anzahl des sexual Aktes an sich.

Ohne eine Impfung kann man sich immer wieder infizieren. Auch Kondome bieten keinen effektiven Schutz vor einer HPV-Infektion.

„Das Kondom verringert zwar die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung, stellt aber keinen wirklichen Schutz dar. Denn auch eine Übertragung beispielsweise über die Schamhaare oder die Haut kann nicht ausgeschlossen werden, da die Viren resistent gegen Austrocknung sind“ (Prof. Peter Hillemanns, ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Medizinischen Hochschule Hannover).

Wann sollte man Impfen und wen?

Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen von 9 bis 14 Jahren. Da man in diesem Alter noch nicht oder kaum sexuell aktiv ist und die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden sollte, sie nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt wirkt, wenn man bereits eine Infektion mit HPV 16 oder 18 hat/hatte. In der Regel benötigt man 2 Impfdosen im Abstand von 6 Monaten, es gibt aber auch Fälle, in denen man 3 Impfdosen benötigt, wenn z.B. die 6 Monate überschritten wurden.

Studienergebnissen,der BZgA (Jugendsexualität: Repräsentative Wiederholungsbefragung von 14- bis 17-Jährigen und ihren Eltern, 2010) zur Jugendsexualität in Deutschland zufolge nimmt der Anteil der Mädchen, die ihren ersten Geschlechtsverkehr hatten, nach dem 14. Geburtstag kontinuierlich zu. 

Die STIKO zeigt Ihren Zuspruch an dieser Studie damit, dass Sie 2014 die Empfehlung neu ausgesprochen hat, Mädchen bereits im Alter zwischen neun und vierzehn zu impfen.

„Ebenso für eine möglichst frühe Impfung spricht, dass junge Mädchen aus immunologischen Gründen nur zweimal geimpft werden müssen, um einen vollständigen Impfschutz zu erlangen“, ergänzt Prof. Beckmann.

In Studien ließen sich für zehn- bis vierzehn-jährige Mädchen nach HPV-Impfung höhere Antikörper-Antworten nachweisen als bei älteren Jugendlichen und Frauen. 

Nebenwirkungen?

Der Impfstoff sei gut verträglich und habe maximal die üblichen Nebenwirkungen wie Rötung der Einstichstelle, Schwellung usw. Nur selten treten andere Nebenwirkungen auf. Das Impfserum enthält lediglich leere Hüllen der HP Vieren und kein Erbmaterial dieser, wodurch es weder zu einer Infektion noch zu einer Vermehrung von bereits vorhandenen HP Vieren kommen kann. Dem Körper wird der Virus nur vorgetäuscht.

Es lässt sich zum heutigen Zeitpunkt nur noch nicht sagen, ob der Impfschutz Lebenslang besteht oder ob dieser aufgefrischt werden muss. Da dieser Impfstoff verhältnismäßig jung ist.

Aber man kann dafür bereits beobachten, dass weltweit gesehen und bereits in großen Studien belegt, ein Rückgang der Häufigkeit von HPV-Infektionen und der Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs nach Einführung der HPV-Impfung erkennbar ist.

Wie entscheiden wir uns? Impfung oder nicht?

Hier in Deutschland ist die Impfbereitschaft leider noch nicht so groß, wie in anderen Ländern, aber meine persönliche Hoffnung ist, dass diese ansteigen wird.

Ja auch wir waren zu Beginn und Einführung des „neuen“ Impfstoffes skeptisch. Aber mittlerweile und vor allem nachdem ich mich rein gelesen habe, sind mein Mann und ich davon überzeugt, dass wir das Beste für unser Kind machen. Wir werden unsere Große und auch unsere Mini gegen das Humane Papillomvirus impfen lassen. Auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wissen, ob unsere Mädchen irgendwann mal zu einer Auffrischung müssen.

Ich hoffe, dass ich dir vielleicht die HPV Impfung ein wenig näher bringen konnte und dich dafür ansprechen konnte dein Mädchen auch impfen zu lassen.

Weitere Informationen kannst du u.a. der angehängten Liste entnehmen, welche ich auch als Quellen herangezogen habe.

deutscher Krebsinformationsdienst

deutsche Krebsgesellschaft

Robert-Koch-Institut & Zentrum für Krebsregisterdaten (Hg.): Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016

Leitlinienprogramm Onkologie (Herausgeber), S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom, September 2014

HPV-Impfung: Was gibt es Neues?- Ärztekammer bw

FDA News Release: FDA approves Gardasil 9 for prevention of certain cancers caused by five additional types of HPV, 14.12.2014

9 Kommentare

  1. Hallo,
    ich persönlich habe mich damals gegen eine HPV-Impfung entschieden.
    Einerseits weil meine Cousine ziemlich dolle Nebenwirkungen von der Impfung hatte und andererseits weil der Impfstoff eben (noch) nicht gegen alle Viren wirkt.
    Da ich als der Impfstoff herauskam auch schon 18 Jahre alt war, habe ich mich damals gegen die Impfung entschieden.

    Als angehende Chemikerin bin ich ansonsten eher die Impfungs-Befürwörterin und die HPV-Impfung war die Erste wo ich mich nach längerem Hin und Her gegen entschieden habe.

    Ganz liebe Grüße,
    Maike

    1. Danke für deinen Kommentar. Ich möchte niemanden zwingen die eine oder andere Haltung anzunehmen, sondern habe versucht, recht sachlich dazulegen, was die HPV Impfung ist. Wir lassen unsere Kinder impfen. Sie werden auch den neusten Impfstoff erhalten, den 9 fachen, der z.B. u.a. Auch gegen intim Warzen usw.vorbeugt. Ich denke, dass der Impfstoff in den vergangenen 11 Jahren weiter entwickelt wurde. Wie wir uns 2006 entschieden hätten, dass kann ich rückwirkend natürlich nicht sagen, nur das wir damals auch sehr skeptisch gewesen sind.

  2. Meine Tochter ist jetzt 10 Jahre alt und wir haben uns ausführlich beraten lassen. Der Termin für die Erstimpfung steht, es ist der 02.03.17. Ich möchte auch nur das Beste für mein Kind. Alle anderen wichtigen Impfungen hat sie auch bekommen in Ihrem jungem Leben und es gab nie Probleme. LG Romy

    1. Unser Termin steht auch fest. Ich finde es äußerst wichtig. Hoffe, dass noch mehr so denken werden.

  3. Wo lässt man das impfen und denkst mit 9 ist gut, oder wartet man auf die erste Periode? Lg alu

    1. Die Ständige Impfkommission empfiehlt zwischen dem 9. u. 14.Lebensjahr die Impfung. Vor dem ersten Geschlechtsverkehr! Der Kinderarzt aber auch Hausärzte impfen, sowie Gynäkologen. Wir werden unsere jetzt mit 9 impfen lassen. Ich bin mir jetzt nämlich noch zu 100%sicher, dass sie keinen Sexualpartner hat. Uns da wir mit der zweiten Impfung bis zu 6 Monate warten müssen sind wir damit auf der sicheren Seite

  4. Ich denke wir werden demnächst auch impfen lassen, unsere Große wird 11
    Meine Kinder sind auch total durchgeimpft und auch jedes Jahr gegen Grippe. Unsere kleine hat ein geschwächtes Immunsystem und jeder Infekt dauert ewig, daher sind wir totale Impfbeführworter und hassen Menschen die ihre kranken kinder mit Medis gepimpt in Schule und Kita schicken, die haben mir auch eine Ringelrötelninfektion im letzten trimester der Schwangerschaft beschert….ist ja alles gaaanz easy, pffft

  5. […] der Woche ging mein Artikel über die HPV Impfung online und wie wir das handhaben wollen. Also ob wir unser Mädchen impfen […]

  6. […] kommt hier noch ein sehr sehr wichtiger Text von Mamas Mäuse, die überlegt, ob sie ihre Töchter gegen den HP-Virus impfen lassen soll und dazu viele Fakten und Informationen zusammen getragen hat. ich weiß schon jetzt, […]

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